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Yukako Ando

inside wall

20. September - 9. November 2002


C-Prints zeigen die japanische Künstlerin Yukako Ando (*1972, wohnhaft in Köln), stets gefolgt von ihrem treuen Begleiter, einem selbstkonstruierten gelben Minibagger, auf ihren Erkundungen in Israel.
Während eines mehrwöchigen Aufenthaltes entstand die Serie an diversen Orten Israels im Frühjahr 2002. Gemeinsam mit ihrem elektrischen Freund blickt die Künstlerin auf ein wüstes Steinmeer, die eingeblendete Textzeile mahnt "gotta work, gotta work". Text und Bild korrespondieren bezugreich in den in klarer Ästhetik darstellten Erlebnissen. Verbreitete Rollenklischees werden spielerisch entlarvt ("Boys, be ambitious"), und einen lebensgroßen Bagger hätte man gerne zum starken Freund ("find-a-friend").
Das kleine Schaufelfahrzeug fungiert in den Fotografien als Synonym für die Stärke und Motivation Yukako Andos, als eine Art Transformation ihrer Persönlichkeit in Maschinenform. Obwohl sehr subjektive Motive die Fotos bestimmen, formulieren die Arbeiten treffsicher das gegenwärtige Streben nach dem Konstruieren einer idealen Welt. Andos Aufbruch in eine neue Moderne schaltet keine anonyme Masse gleich, sondern ist zeitgemäß individuell. Zweifel und Scheitern sind zugelassen, doch gemeinsam können Berge versetzt werden, wie die Edition "joint work" verheisst.
In einer Subebene verweisen die Fotos auf die aktuelle politische Brisanz in Israel. Verbreitet durch einschlägige Bilder in Presse und Fernsehen mutierte der Bagger zu einem Symbol für Vergeltung und Saat weiterer Gewaltakte im Konflikt von Israeli und Palästinensern. Der kleine gelbe Bagger hat indes bei Yukako Ando einen friedlichen Zweck. Er dient dazu, Barrieren und Sperren in unseren Köpfen wegzuschaufeln, für eine Welt, die auf Kreativität und individuelle Toleranz baut.

Elke Kania

Parallel zur Präsentation in der Galerie von der Milwe zeigt Mehrwert e.V. in der Aachener Interfood-Vitrine (Jülicherstrasse 22) die Arbeit "Brain-child Pot" von Yukako Ando.

Biographie
1972 geboren in Osaka (Japan)
1994 Abschluss des Kunststudiums an der Kyoto Seika University, Japan
1994 Beginn des Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Magdalena Jetelová
1997 Meisterschülerin von Prof. Jetelová
2000 Peter-Mertes-Stipendium
2001 Akademiebrief Düsseldorf
2003 Atelierstipendium Mönchengladbach

Einzelausstellungen (Auswahl)
1997 ORIENTATION, ON Gallery, Osaka (Japan)
1998 ORIENTATION, Neuer Aachener Kunstverein, Aachen
1999 GO HOME, Galerie Christa Schübbe, Düsseldorf
2000 Peter Mertens Stipendium 2000, mit Lucy Harvey, Bonner Kunstverein, Bonn (Katalog)
2001 FAULWERK, mit Patrick Jambon, Kunstraum Düsseldorf, Düsseldorf (Katalog)
2002 inside wall, Galerie von der Milwe, Aachen 2002 Brain-child Pot, Mehrwert e.V. Interfood-Vitrine, Aachen

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1996 DÜSSELDORF - POZNAN, Intern. Kunstzentrum, Poznan (Polen)
1998 Security Service, Kult, Düsseldorf
1999 smokkelschmuggelssmuggle 1999/2000 (Katalog)
2000 Continental Shift, Ludwig Forum, Aachen / Liège (B), Maastricht (NL) und Heerlen (NL) (Katalog)
2000 Towards Utopia (New Generation '00), CASO-Contemporary Art Space Osaka (Japan)
2002 Ter Plekke... Hedah Video Festival - 02, Hedah Centrum, Maastricht (NL)
2002-2003 "Chilfim/Ein Transfer", Projekt des Kultursekretariats NRW; The Israel Museum, Jerusalem / Herzliya Museum oft Art, Herzliya (Israel) / Kunstmuseum Bonn / Museum am Ostwall, Dortmund / Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld (Katalog)