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Eduardo Conceiçáo und Reinhard Doubrawa - WELTBEWOHNEN Eine Begegnung

11. September - 24. Oktober

Bilder aus der Ausstellung. Bitte Klicken Sie auf ein Vorschaubild.





    
In der Ausstellung "Weltbewohnen" begegnen sich die Arbeiten des jungen, 1983 in Venezuela geborenen Künstlers und Architekturstudenten Eduardo Conceição. und Reinhard Doubrawa, Jahrgang 63. Die beiden Künstler haben gemeinsam ein Konzept für diese Ausstellung entwickelt.

In der Kombination/Gegenüberstellung der verschiedenen Arbeiten entsteht eine Korrespondenz, deren Inhalt das Wohnen, Bauen (buan - sein: ich bin; altdeutsch) und des "Auf der Welt sein" ist.

Reinhard Doubrawa

Er zeigt eine Anzahl speziell für diese Ausstellung geschaffener Werke. Sein Modell einer Plakatwand oder Infotafel trägt den Titel: "Botschaft auf der grünen Wiese".

Hier spielt er mit dem Gedanken Situationen und Orte, in sehr präsenter Weise, zu kommentieren. Eine weitere neue Arbeit zeigt die Silhouette des Künstlers in einer Denkerpose, wie sie auch gerne von Politikern benutzt wird. Allerdings sind Figur und Sockel vollständig mit glitzerndem Flitter überzogen. Egal was kommt und passiert: wichtig ist, zu wissen welche (Marken) Kleidung man dazu trägt und mit welchem Auto man hinfährt - die Party muß weitergehen.

"Applaudierende Hände", mag an Dürers "Betende Hände" erinnern. Das Motiv ist mit tausenden Nadelstiche in ein Papier gestochen. Der Applaus wird zum Inhalt. Es ist der Applaus, den sich der Applaudierende selbst spendet. Weiterhin werden Papierarbeiten, Zeichnungen und Fotoarbeiten, zu sehen sein.

Am 13.09.2001 hatte Reinhard Doubrawa seine erste Einzelausstellung in der Galerie. Seine Ausstellung "Alarm - ich war dabei" wurde von den Ereignissen in New York eingeholt und in einen neuen, überaus aktuellen und brisanten Zusammenhang gesehen und diskutiert. Die jetztige Ausstellung hat ebenfalls keinen direkten Bezug zu den damaligen Sitaution. Aber, wie der Künstler sagt: "Alles wird immer in einen Zusammenhang gebracht".

Eduardo Conceição: Über meine Kunst

In der Ausstellung "Weltbewohnen" beleuchte ich die Perspektiven derjenigen, die in von Architekten konstruierten Gebäuden leben. Es ist zudem eine Fragestellung an mich selbst im Spannungsfeld des Architekten und des Künstlers. Es sind Denkansätze auf der Suche nach der Erweiterung eines Architekturverständnisses.

Über verschiedene Wege und Ausdrucksmittel versuche ich mein Konzept von Kunst zu entwickeln. Schon sehr früh habe ich mein Interesse für die Kunst gefunden. Meine taubstumme Schwester hat damals während einer Therapie sehr viel gemalt, und ich habe versucht ihre Zeichnungen zu imitieren. Etwas später habe ich mich dann stark mit Animationsfilmen auseinandergesetzt, und sie auf verschiedene Qualitäten hin untersucht. Im Alter von 14 Jahren schließlich habe ich durch die Lektüre verschiedener Kunstbücher neue Kunstwelten in der Malerei, im Design und in der Architektur erforscht.

Während meines zweijährigen Mathematik - und Physikstudiums realisierte ich immer deutlicher, dass mich meine Arbeitsmotivation und Leidenschaft in Richtung Praxis führte. Die Möglichkeit zu zeichnen und eine praktische Auseinandersetzung in meinem Studium zu haben, brachte mich dann schließlich zur Architektur.

Während meines Architektur-Studiums schaffte ich mir Freiräume, eigene künstlerische Experimente durchzuführen und verschiedene Werke erstmals auch auszustellen. In dieser Zeit knüpfte ich viele Kontakte zu Kunstschaffenden, die sich mit Malerei, Bildhauerei, Design oder Musik befassten.

All diesen verschiedenen Einflüssen versuche ich künstlerisch Gestalt zu verleihen. Hierbei beschränke ich mich nicht auf ein festgelegtes Material oder eine bestimmte Art der Umsetzung, vielmehr sind es immer unterschiedliche Wege und Materialen die mich zu neuen Ausdrucksformen und damit Werken führen.