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Atelier Kompakt  (www.atelierkompakt.de)
Die Deutschen sind Spieler! Dies liegt sicher nicht in ihrer Mentalität, sondern vielmehr in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes, in der sprachlichen Erfassung des Gedankeninhalts begründet. Das altdeutsche Wort "spilan" bedeutet eine leichte, schwankende Bewegung - und so wird die Sache als Zustand der tätigen Personen erfaßt. Birgit Brinkmann und Axel Friedrich werden dieser Tätigkeit gerecht und versetzen den Betrachter in eine neue Rolle - er wird zum Mittun animiert, zur Nutzung und Befragung der von ihnen entwickelten Objekte angespornt und lernt so spielend. Meist wird die Perspektive verändert, auf Stelzen ob über oder unter Wasser, im Puppenspiel mit völliger Transparenz des Geschehens, mit Murmeln von riesigem Format, auf Möbeln mit fraglichem Gebrauchsnutzen. All das ist keine Verletzung der doch mitunter ausgefeilten Spielregeln in Ordnungssystemen, eher eine neue Form des Sozialisierungsprozesses des Individuums im Umgang mit ungewohnten Dingen im alten Kontext. Denn Spielverderber sind die zwei auf keinen Fall, ihre Bilder und Kleinskulpturen sind wichtiger Bestandteil ihres Konzeptes, spielen wiederum mit ihrem eigenen (und unserem) Kunstverständnis. Kunst ist die Freiheit, neue Spielregeln zu entwickeln, die an kindliche Tage erinnernd eine reine Welt der Erwachsenen vor Augen hat - das Spiel des Lebens unter gebrochenen Zwängen. Wenngleich die Moderne Kunst von Regelverletzungen zu trotzen scheint, ist sie genauer betrachtet ein von starken Zwängen bestimmtes System, in der die Institution völlig andere Diskussionen ermöglicht (oder behindert) als in der täglichen Kommunikation und im Spiel. Es ist also nicht unbedeutend, das "Atelier Kompakt" ein Künstlerteam ist, das sich die Welt macht, widdewidde wie es ihm gefällt. Und es ist sehr bedeutend, daß der Betrachter Spielen wieder entdeckt als eine leichte, schwankende Tätigkeit, die Humor, Geschicklichkeit, Intelligenz, Kreativität und Spontaneität fordert und fördert - eine Mischung, die leider in der Kunst viel zu selten ist.
Dr. Gregor Jansen

Biographien

Birgit Brinkmann   1965 geboren in Detmold 1986-1991 Studium der Mathematik, Germanistik, Kunstpädagogik an der WWU Münster / 1.+2.Staatsexamen 1991-1992 Studium an der Kunstakademie Münster bei Prof. Joachim Bandau 1992-1996 Studium an der Städelschule Frankfurt bei Prof. Thomas Bayrle

Axel Friedrich   1967 geboren in Krefeld 1991-1994 Studium an der Kunstakademie Münster bei Prof. Joachim Bandau 1994-1997 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Tony Cragg / Meisterschüler, Akademiebrief

Ausstellungen seit 1996/ Einzel + Gruppenausstellungen (Auswahl)    1996 Stelzen (E) Suermondt Ludwig Museum / Aachen 1998 Wer hat Angst vor rot, gelb, blau (E) Bürospiel im Mehrwert Kunstverein / Aachen 1998 Barry (G) benutzbare Skulptur und Publikumsperformance -10 Jahre Galerie v. d. Milwe im Ludwig Forum / Aachen 1999 Toys Are Us (E) Galerie im Kunsthaus Essen 2000 Atelier Kompakt (E) Europäischer Kunsthof , Stollberg 2001 Attention, please! (G) Galerie von der Milwe im Leopold - Hoesch- Museum / Düren

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